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Schüler graben im ehemaligen KZ- Außenlager






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Der Bericht
Jedem ist auf irgendeine Weise der Nationalsozialismus im Gedächtnis geblieben, doch die Wenigsten, die nicht selbst etwas miterlebt haben, sind der Meinung, dass all jene schrecklichen Taten sich irgendwo fernab der eigenen Umgebung ereignet haben. Im Rahmen unseres Geschichtsunterrichts haben wir jedoch erschreckender Weise festgestellt, dass bereits ein paar Orte weiter geschichtsträchtige und ebenso grausame Erinnerungen  der Vergangenheit zu finden sind. In Mörfelden-Walldorf waren 1700 Ungarinnen in einer NS-Außenstelle untergebracht mit der Aufgabe eine kriegsrelevante Landebahn am Flughafen zu bauen.

Das Gebäude wurde zerbombt, jedoch ist noch eine Kellerbaracke zu finden, in welcher die gefangenen Frauen geschlagen und gefoltert wurden. Seit einigen Jahren versuchen Schülergruppen mit Schaufeln und Hacken diesen Ort des Grauens frei zu legen. Es ist beeindruckend und erschreckend zugleich genau dort zu graben, wo vor Jahren solche schreckliche Akte stattgefunden haben. Wir haben am eigenen Körper zu spüren bekommen, wie anstrengend es ist zu graben, die Erde in Eimer zu füllen und diese dann mit Hilfe von Schubkarren in Container zu verfrachten. Zwischen Erde und Steinen der damaligen Hauswänden haben wir Scherben gefunden mit Hakenkreuzen bemalt oder auch alte Blechdosen, in welchen vermutlich Lebensmittel gelagert wurden.

Es ist unvorstellbar, plötzlich so etwas in den Händen zu halten, wo man die harten Fakten nur aus den Geschichtsbüchern oder Filmen kennt. Auf einmal steht man genau an der Stelle, wo früher Frauen gequält worden waren und auch zu Tode gekommen sind. Man setzt sich auf einmal auf eine völlig andere Weise mit dem Thema auseinander, bekommt Gänsehaut und wird nachdenklich, wenn man sich ins Gedächtnis ruft, unter welchen schlimmen Bedingungen damals gearbeitet werden musste oder welch schreckliche Zeiten und Schmerz die Opfer des Nationalsozialismus zu durchleben hatten.

Text: Lisa M. Kastel

Fotos



Foto: Geschichts-Gk Hess bei den Ausgrabungen



Foto: Das Fundament des Lagers

Webteam, 26.6.2012